Phalène

Luna hat das mit diesem Aufdringling erzählt; das war schon echt unangenehm, uäh!!

Vor zwei, drei Tagen hatten wir fast das Gleiche, nur  dass es diesmal ein Futzi war – und Frauchen mich, ehe ich´s mich versah, angeleint hatte. Fies! Ich konnte buchstäblich nix machen :(War aber auch gar nicht nötig, denn Luna war echt cool drauf.

Da kommt also dieser Futzi (Jack Russell, glaub ich) quer übers Feld auf uns zugehoppelt, und sein Frauchen schreit und pfeift aus – ich weiß nicht – vielleicht fünfzig, sechzig Metern Entfernung. Klar, dass die nur auf taube Ohren stößt, kenne ich ja von mir selbst noch gut genug. Futzi kommt also an wie ein Wiesel, hoppeldiepoppel übern Acker, um einen Silage-Hügel mit Traktorreifen rum; und Luna fängt ihn ab. Ha! Der hat vielleicht Augen gemacht! Und ich hätte sonstwas drum gegeben, ihn ein bisschen zu foppen – aber nein, ich bin ja angeleint, Mann!! 😦

Auf jeden Fall steht Luna mitten auf dem Weg, so vier, fünf Meter hinter uns, und Frauchen ganz locker nach dem Motto „geh mal unseren Hintern retten“ steht total entspannt mit mir außer Reichweite für den Jack Russell und guckt sich die Sache an. Ich hab meine liebe Mühe, überhaupt was zu sehen, denn ständig versperrt sie mir die Sicht; und als ich Theater mache, weil ich das total ungerecht finde, wird sie ziemlich giftig: da halt ich mich dann doch lieber zurück und mach nur noch einen langen Hals, so gut es geht.

Tja, der arme Jack hat keine Schnitte: jedes Mal wenn er versucht, an Luna vorbeizukommen, blockt sie ihn mit voller Breitseite ab. Dann landet er unweigerlich mit seinem Rüssel an ihrer Flanke – keine wirklich gute Idee, denn wo gerade noch Lunas Flanke war, ist im nächsten Augenblick ihr Kopf, mit durchdringendem Blick (und nebenbei gesagt einem Haufen Zähnen…). Das Ganze geht drei-, viermal so, dann gibt Klein-Jack irgendwann auf und trollt sich.

Ich fands zwar total blöd , nicht mitmischen zu können, und normalerweise ist sowas ja mein Job – also die fiesen Jungs und überhaupt fremde Gesellen von ihr fernhalten – aber ich muss schon sagen: ich bin ziemlich stolz auf Luna! Hat sie echt cool hingekriegt…

Luna

Also. Es gibt ja Hundebegegnungen – und Hundebegegnungen…

Eine Begengnung der eher unangenehmen Art ist schon ein paar Tage her, da war es noch total kalt, und überall lag Schnee. Wir waren mit Frauchen auf freiem Feld unterwegs. Phalène hat hier und da versucht, Witterung von ein paar tiefgekühlten Mäusen aufzunehmen – und ich war einfach nur damit beschäftigt, mich so klein wie möglich zu machen, um nicht so zu frieren.

Irgendwann kriegen wir mit, dass Frauchen nervös wird – und da steht auch schon ein Kalb von einem schwarzen Hund vor uns, ich würd sagen irgendwas mit Hovawart unter den nächsten Verwandten. Der war seinem Herrchen querfeldein über einen zugeschneiten Acker einfach abgehauen und mal eben zu uns galoppiert. Zum Glück kann ich mich ja auf Phalène verlassen, und sie hat ihn sofort abgefangen, bevor er bei mir landen konnte. Aber – und das hab ich bis jetzt nur ganz selten erlebt – der war ihr eine Nummer zu groß und nicht geheuer. Und außerdem war Frauchen sehr klar und pfiff Phalène an, sie solle gefälligst bei uns (sprich: bei ihr) bleiben. Was sie dann auch tat. Nur dass dieser aufdringliche Kollege uns regelrecht belästigte und sich auch von Frauchens strengem Blick und ihren Splitting-Versuchen nur wenig beeindrucken ließ. Derweil schrie und pfiff sein Herrchen aus der Ferne und stiefelte irgendwann ebenfalls querfeldein zu uns rüber. Mittlerweile klebte uns der Aufdringling seit locker 50 Metern auf unserem Weg an den Hacken, und wir wurden ihn nicht los. Und auch als sein Besitzer angekommen war, hatte der seine liebe Mühe, ihn zu sich zu beordern. Zu allem Überfluss hatte der Mann auch noch drei weitere Kollegen im Schlepp, zwei davon freilaufend – und einer der freien noch so ein Kalb, nur weiß, und unfreundlich – o Mann! Da hab ich dann doch erstmal Fersengeld gegeben. Allerdings war das keine so gute Idee, denn prompt hatte ich den weißen Zottel im Nacken. Was solls: stehen bleiben und Breitseite zeigen – und siehe da: er lässt mich in Ruhe. Trotzdem war ich heilfroh, als ich wieder bei Frauchen war und wir ein gutes Stück Weg zwischen uns und diese komische Gesellschaft gelegt hatten.

Schade, dass Frauchen nicht so schlagfertig wie sonst war: Als der Mann bei uns angkam, war seine erste Frage, ob eine von uns läufig wäre – natürlich. Immer erstmal die Schuld beim Anderen suchen. Auf die Idee, dass sein Hund einfach rotzefrech und schlecht erzogen sein könnte, ist er nicht gekommen…

Luna

Ich muss euch noch von gestern Abend erzählen. Aber da hatte Phalène so viel zu quatschen, deshalb hab ich gewartet.

Also. Gestern Abend. Unsere letzte kleine Runde, bevor wir zum gemütlichenTeil übergehen. So gegen kurz vor acht. Rattig kalt und ziemlich dunkel schon. Wir trotten unseren gewohnten Weg, ein Stück Bürgersteig, dann rechts ab in eine kleine Gasse, dahinter kommt dann Grün (oder käme, wenn nicht überall Schnee und Eis wären). Auf dem Grundstück an dieser Gasse leben drei (vier? fünf?) Chihuahuas. Die machen immer total den Terz, wenn Phalène und ich vorbeikommen. Wobei – einen von denen hat Frauchen schon etwas handzahm gekriegt, der kläfft nicht mehr, sondern flitzt immer nur an den Zaun und guckt. Muss an der Hundesalami liegen, die Frauchen ihm immer mal wieder zugesteckt hat. Oder besser: ihr. Ist eine Hündin. Deshalb hab ich auch etwas den Überblick verloren, wie viele von denen da jetzt gerade leben, denn im Sommer hatte die Hündin Welpen, da war plötzlich der ganze Garten voll mit winzigen kläffenden Hundebabys. Süß – wenn sie nur etwas weniger nerven würden; immer dieses Theater, kläff-kläff-kläff, echt stressig.

Egal. Gestern Abend auf jeden Fall sind wir schon fast an dem Grundstück vorbei – da macht Phalène auf einmal einen Satz an den Zaun, dass selbst ich mich erschrecke, und promt kommt von drüben „kläff-kläff“. Nur dass da nur ein Hund ist, diese kleine Hündin eben, die die Babys hatte. Sonst keiner. Auch kein Mensch. Und die Terassentür zu. Komisch.

Das hatte Frauchen wohl auch gedacht, denn als ich mit meinem tiefgekühlten Hirn gerade anfange mich zu wundern, ist sie den Weg schon wieder zurückgegangen und halb ums Haus, sodass ich richtig hinterherflitzen muss. Sie klingelt, und die Besitzerin der kleinen Kläffer kommt an die Tür. Als Frauchen ihr erklärt, dass anscheinend noch einer ihrer Hunde im Garten ist und ob es sein könnte, dass sie den irgendwie übersehen hat, als sie mit den anderen reingangen ist, wird die Frau ganz hektisch und guckt suchend um sich und düst dann zur Terassentür – und tatsächlich: die kleine Hündin kommt leicht steifgefroren rein. Sowas!

Tja, Glück gehabt, würd ich mal sagen. Bei minus sechs Grad… 🙂

Frauchen ist schon klasse.

Phalène

Und dann ist da noch dieser Junge, der jetzt schon ein paarmal bei uns war. Das erste Mal kam er irgendwann vor Weihnachten. Anfangs hat er fast die ganze Zeit nur rumgestanden, in Jacke und so, und kaum geredet. Nur wenn Frauchen gefragt hat. Und dann hat er auch nur ganz kurz geantwortet. Schon irgendwie seltsam. Und mit mir wollte er erst auch nicht wirklich was machen, nur mich mal ganz kurz streicheln, so am langen Arm… seltsam eben, ich sag´s ja.

Immerhin hat er irgendwann angefangen, ein bisschen was zu erzählen, zum Beispiel dass seine Oma und sein Opa auch zwei Hunde haben und dass er die toll findet. Die Hunde, meine ich. Also, Oma und Opa natürlich auch.  Aber dass er die nur ganz selten sieht, Oma und Opa und die Hunde, weil die nicht nah genug wohnen, als dass er da immer mal eben hinkönnte.

Nach dem zweiten oder dritten Mal hat Frauchen ihn gefragt, ob er denn gern wiederkommen möchte (das macht sie jedesmal) – und er hat gesagt, er würd mal überlegen… komischer Kerl, echt! Aber dann kam er doch wieder. Und wieder. Und letzte Woche, als Frauchen nicht konnte, weil sie einen kranken Kollegen vertreten musste, da war der Junge richtig ein bisschen traurig, dass er nicht kommen konnte. Und heute – ha! – hat er sich doch tatsächlich so ein klitzekleines bisschen darüber beschwert, dass er immer nur so kurz bleiben dürfte, er würd mal gern länger bleiben! Das fand ich ja echt klasse! Er hatte schonmal gesagt dass er gern mal mit mir rausgehen würde, aber heute war er ricntig in Erzähllaune – nur dass er dann ellenlang von seinen Katzen geschwärmt hat, das fand ich jetzt ehrlichgesagt nicht so klasse… ach, egal 🙂 ich werd euch berichten, wenn ich ihn das nächste Mal gesehen hab, nächsten Donnerstag!

Phalène

Hab ich eigentlich schonmal von meinen donnerstags-Sessions erzählt…?

Die finden jetzt nicht jede Woche statt, aber schon ziemlich regelmäßig, nur manchmal, da fällt´s eben aus.

Heute war so ein Donnerstag. Da begleite ich Frauchen dann morgens in die Schule, und zuerst ist es noch ganz ruhig, denn wir haben immer erst mal ein paar Minuten für uns. Da sitzen wir dann im Gruppenraum (also Frauchen sitzt, ich liege meistens auf meiner Decke) und schauen ein bisschen, was in Frauchens alter Klasse so los ist und was in der anderen Klasse, in der Raquels Herrchen arbeitet. Von der Mittelstufenklasse kommen immer mal ein paar Kinder rein, oder ich darf kurz mit in die Klasse und hallo sagen. Manchmal kommen auch zwei oder drei von denen und arbeiten ruhig bei uns, und Frauchen ist dann auch ganz leise und schaut nur zu.

Na ja, auf alle Fälle kommt halt zielich regelmäßig eins der Mädels zu uns und quatscht und erzählt – wie es ihr so ergangen ist in den letzten Tagen, ob sie Stress mit irgendwem hat oder so…  natürlich erst, wenn die anderen alle weg sind. Geht ja keinen was an, was die so erzählt oder wenn sie Kummer hat oder sauer ist auf jemand. Manchmal kommt sie mit so viel schlechter Laune und Wut im Bauch zu uns, da werd ich ganz kribbelig und vekrümel mich auf Frauchens Schoß – aber ich behalt sie im Blick! Also, das Mädel meine ich jetzt. Und wenn ich sie dann so anvisiere, dann kommt sie irgendwann an und lächelt und fängt an mich zu kraulen. Und wenn ich das Gefühl habe, dass sie nicht mehr jeden Augenblick explodieren kann, dann stiefel ich rüber auf ihren Schoß, und dann lacht sie und krault mich weiter. Die ist schon echt nett.

Luna

Ich muss auch von heute erzählen – aber zu dem Knochen sage ich nix…

Also. Nach diesem anfänglichen Stress war die Stunde wirklich toll. Ich hab da mein ganz persönliches Dream-Team gefunden: drei ruhige Jungs, die mit mir ein cooles Kunststück üben. Zwei hocken sich auf den Boden und machen sich ganz klein, und der Dritte lotst mich über die Rücken der Beiden drüber – das ist der Hammer! Heute hab ich mich sogar getraut, ganz easy oben drauf stehen zu bleiben und mich hinzulegen. Wenn die zwei unter mir das nicht so professionell machen würden – never ever. Aber so fühle ich mich da total sicher, und es macht einfach Spaß. Die Krönung war, dass ich es geschafft habe, auf den einzelnen Rücken sozusagen „punktzulanden“, also hopp! rauf auf den ersten – wieder runter – und hopp! rauf auf Nummer zwei – das muss man einfach gesehen haben: das ist echte Akrobatik! Ich hoffe, wir können das irgendwann mal zeigen, in einer kleinen Vorstellung oder so 🙂 aber vorher muss ich noch ein bisschen üben, sicher ist sicher…

Phalène

Hui, heute war richtig Stimmung im Saal…! Ich sag´s ja: der Schnee, die Winterdepressionen, das Alter… he – hab ich schon erzählt, dass ich gestern Geburtstag hatte?! War jetzt nix Spektakuläres, aber ich hab einen riesigen Kauknochen geschenkt bekommen, echt lecker. Der Haken an der Sache war allerdings, dass ich den nur dann benagen konnte, wenn Frauchen in der Nähe war, weil sonst Luna immer wieder angeschlichen kam, um ihn mir zu stiebitzen. So eine Gemeinheit – dabei hatte sie selbst auch einen bekommen! Voll ungerecht 😦 die hatte ja schließlich nicht mal Geburtstag…

Ach so, ja, die AG. Wir waren mega-pünktlich und die Schüler gerade vor uns erst in die Klasse gekommen. Und alle brachten irgendwie Stress mit aus der Pause, warum auch immer. Blöderweise kriegten die Mädels das nicht geregelt, trotz Ermahnungen von Frauchen und Raquels Herrchen. Tja, Pech – zwei von denen mussten in den Nebenraum gehen und da arbeiten und durften nix mit uns machen. Und siehe da: kaum waren sie draußen, ging die Laune bei den anderen gleich nach oben, und die Jungs und das dritte Mädel haben super mit uns gearbeitet.

Ich hab wieder mit dem Jungen von letzter Woche zusammengearbeitet – hatte ich davon erzählt? Nein? Der übt „touch“ mit mir. Ab und zu kriegt er noch verknotete Arme, und alles geht durcheinander, oder ihm plumpst ein Leckerchen aus der Hand – aber heute war er echt cool drauf. Ruhig. Hat zugehört. Und voll korrekt gearbeitet. Das war klasse mit dem! Letzte Woche hatte ich nämlich schon gedacht, ich krieg die Mega-Kriese, weil er so unkonzentriert war und ich gar nicht mehr kapierte, was er von mir wollte – da bin ich vor lauter Frust sogar irgendwann auf die Decke geflohen, obwohl er die Hand noch voll Leckerchen hatte – aber das war mir einfach zu anstrengend. Und heute ist er wie ausgewechselt, es klappt wie am Schnürchen – und wir sind beide happy 🙂

Luna

Hm-tja.

Ich weiß, es ist schon Freitag, aber eigentlich hatte ich angenommen, dass die Schüler aus der AG was schreiben… Frauchen war sich nicht sicher, ob das heute schon im Tagebuch stehen wird, da dachte ich, ein bisschen was verraten kan ich ja mal, bevor keiner was erzählt.

Also: Montag war klasse! Das mit der Aufteilung in zwei Gruppen war wirklich eine super Idee. Und ganz, ganz großes Lob an die Jungs der AG, die haben nämlich wie die Weltmeister gearbeitet, als sie am Theorietisch saßen, und waren mucksmäuschenstill. Phalène und Raquel und ich haben uns mächtig ins Zeug gelegt und fleißig mit allen geübt – Boomer und Achten und Vorsitz und ich dieses komische Pyramiden-und-wie-komm-ich-auf-den-Rücken-des-Jungen-Dings. Wenn das mal so richtig klappt, sieht es bestimmt ziemlich spektskulär aus – „Luna, the flying Dog“ oder so 🙂 noch machen sie sich ja ganz klein, und etwas rutschig ist es schon – aber ich krieg das hin, keine Sorge. Wir haben ja noch ein paar Wochen. Außerdem macht es einfach irre viel Spaß, und zwar uns allen!

Bis zur nächsten AG-Stunde – sind ja nur noch ein paar Tage…

Herr Pollen – Herrchen von Raquel – belauscht ein Hundedamengespräch

Da habe ich doch bei der letzten Hunde AG folgendes Gespräch der Hunde mitbekommen:

Ph: Kann es sein, dass dein Herrchen und mein Frauchen telefoniert haben?

Ra: Ja. Das habe ich auch mitbekommen. Sie haben irgendetwas geplant!

Lu: Ihr seid Vorwitznasen. Die beiden planen doch immer die Hunde AG.

PH: Nein. Diesmal war es nicht die AG sondern sie sprachen von gestärkten Jungs und einer anderen Schule.

Ra: Ich weiß nur, dass Herrchen auch noch an einer Hauptschule arbeitet. Irgend etwas mit CFvW oder so und da betreut er mit anderen KollegInnen die starken Jungs.

PH: Genau. So heißen die. Starke Jungs und mit denen, wenn ich es richtig verstanden habe, sollen wir auch arbeiten.

Lu: Oh. Jetzt wird es auch für mich spannend. Also andere Schule, andere Schüler… Mal schauen, ob die nur im Ansatz so lieb und fit sind, wie die der Hunde AG… Müssen wir dahin so ganz ohne Vorwarnung…?

Ra: Nein. Keine Sorge. Euer Frauchen und mein Herrchen werden mit ihnen einen Theorieblock machen. Euer Frauchen hospitiert am Donnerstag dort, damit man sich gegenseitig kennenlernen kann und wenn wir eingesetzt werden, wird die Gruppe dann geteilt, so dass wir alle in Ruhe beschnuppern und mit ihnen in Ruhe arbeiten können.

Lu: Das scheint vernünftig geplant zu sein.

PH: Das stimmt. So kann man das angehen.

LU: Ok. Dann sind wir mal gespannt…

Raquel

Heute gingen mein Herrchen und ich nichts ahnend und völlig entspannt durch den Wald, als plötzlich eine Frau wild gestikulierend auf uns zu gerannt kam. Oh, dachte ich. Die will ja nur spielen. Das höre ich im Wald öfter – man weiß ja nie. Aber die Dame rief Herrchens Vornamen… „Jakob!“ „Jakob!“ Als wäre etwas passiert. Und dann stand sie auch schon vor uns. Ihr Hund, ein kleiner schwarz-weißer Terrier, sei weg. Eben noch neben ihnen, ihren Mann sah ich jetzt erst und schwups, nicht mehr auffindbar. Sind hier wohl Hundekidnapper am Werk? Das hat sie wirklich allen Ernstes vermutet. Herrchen war völlig irritiert. Ich konnte seinem Gesichtsausdruck entnehmen, dass er sie wirklich nicht kannte…. Komisch…

Ich konnte hierüber nicht nachdenken, denn irgend etwas war… aber was…? Stimmt.  Letztens, genau an der selben Stelle, kam eine Nachbarin uns entgegen und suchte ebenfalls ihren Hund. Dieser war nach ihren Aussagen eben noch da und schwups… auch weg.

Jetzt wurde mir mulmig und das mitten im Wald. Männer, die arme Hunde entführen. Aber die sollen mich einmal kennen lernen. Ich beschloss… mich direkt hinter Herrchen zu verkrümeln und wir stiefelten tapfer los  den Hund zu suchen.

Zum Glück dauerte es nicht lange und die Dame kam uns glücklich mit ihrem Hund und ihrem Mann entgegen. Jakob war wieder da… Jakob??? Ich musste breit grinsen. Jakob heißt ihr Hund… ein schwarz-weißer Terrier und der sah meinem Herrchen gar nicht mal ähnlich 😉

Ach, ja. Unsere Nachbarin hat ihren Hund am selben Tag auch noch gefunden. Also kein Bermudadreieck für Hunde in Wildenrath. Das lässt mich wieder aufatmen. Aber spannend war´s trotzdem.