Phalène

So eine Gemeinheit!

Da ist doch Frauchens Tochter tatsächlich schon genauso auf Zack wie Frauchen selber 😦

Kommt ja selten genug vor, dass es mal was zu erbeuten gibt… aber just vorhin plumpst der Tochter ein kleines Stückchen von ihrer Schokoreiswaffel auf den Boden. Schwuppdiwupp – schnell aufgesaugt – und genauso schnell bin ich das Bröckchen wieder los. Das Mädel klappt mir einfach die Kiefer auseinander und fischt die Waffel von meiner Zunge, bevor ich auch nur ansatzweise schlucken kann. Unglaublich! Ist das fair?!

Ich muss einfach noch schneller werden…

…wartet´s ab…

Luna

Hui,

das war aber gestern mal was ganz Anderes…!

Frauchen hat ja immer wieder die Jungs und Mädels aus der AG in den höchsten Tönen gelobt, wie toll die Stimmung innerhalb der Gruppe ist, egal, wie vorher der Tag gewesen war oder was sonst an Stress anlag. Das hat  sich im Laufe der letzten Wochen peu à peu geändert. Es wurde von Mal zu Mal schwieriger, diese ruhige und aggressionsfreie Stimmung aufrechtzuerhalten – oder erstmal überhaupt hinzubekommen. Erinnert euch an die Mädels – die eine, die gehen musste, die anderen zwei im Nebenraum… es sind irgendwie oft die Mädels… aber die Jungs sind auch nicht ohne, nur dass das jetzt nicht falsch rüberkommt.

Auf jeden Fall dauerte es in den letzten AG-Stunden immer länger, bis wir anfangen konnten, und immer wieder hatten Frauchen und Raquels Herrchen damit zu kämpfen, alle zu motivieren – die waren nämlich großenteils mit ihren Gedanken ganz woanders. Schade eigentlich. Das war dann auf Dauer auch ein Dämpfer für Phalène und mich; wir hatten gar keine richtige Lust mehr, mitzumachen, und haben uns einfach nicht mehr gerührt und sind auf der Decke liegen geblieben, wenn die Schüler mehr schlecht als recht mit uns arbeiten wollten. Die arme Raquel hat auch total gelitten unter der miesen Stimmung und konnte kaum verbergen, wie unwohl sie sich fühlte. Auch wenn sie immer noch scharf war auf Leckerchen, aber sie ist halt ein Retrievermädel…

Tja, und gestern war dann echt die Krönung, nur leider im Negativen: Es brannte an allen Ecken und Enden, also so emotional meine ich; ein Mädel kam erst gar nicht rein, und zwei, drei andere hatten so viel Ärger aus der Pause mitgebracht, dass Arbeiten unmöglich war. Und dann ging der Stress halt auch in der Gruppe los: alles ging durcheinander, jeder giftete jeden an, und Frauchen und Raquels Herrchen regten sich zurecht darüber auf, dass sich einige der Mädels von Problemen, die eigentlich nicht die Bohne mit unserer AG zu tun haben, so runterziehen lassen, dass sie dann bei uns nicht mehr vernünftig mitmachen können.

Die Stimmung war ziemlich übel, das muss ich mal sagen – aber, und das muss ich auch sagen: nach diesem Donnerwetter von Frauchen und Raquels Herrchen hatte ich das Gefühl, die Mädels wären wenigstens ansatzweise wieder etwas klarer im Kopf. Und siehe da: ein paar Minuten einfach mal nur geschwiegen, allen Zeit zum Nachdenken gelassen – und wenigstens in der letzten Stunde konnten wir noch ein bisschen was zusammen machen. Nix Anspruchsvolles, eher so Basics, aber ich glaube, das Ruhige, Besonnene tat allen gut.

Puh. Allzu oft möchte ich so eine Stunde allerdings nicht mitmachen…

Luna

Ist das zu fassen?!

Es schneit unaufhörlich! Und das Ende Februar – nach mehreren Versuchen, endlich dem Frühling Platz zu machen… Unverschämtheit! Heute Morgen konnte ich nichtmal mehr im Garten richtig pieseln – sobald ich versuche mich etwas hinzuhocken, hängt mein Po im Schnee, bah! Der liegt hier bestimmt fast 20 cm hoch, und man kann gar nicht mehr erkennen, wo die Terrasse aufhört und die Wiese anfängt. Scheußlich! Wo bleiben denn nur meine 15 Grad und Sonnenschein und Vogelgezwitscher…? 😦

Phalène

Gestern war echt ein hammer-anstrengender Tag für mich.

Zuerst hab ich Frauchen in die Schule begleitet, da kamen in den ersten beiden Stunden erst dieser nette Junge, der jetzt bei uns so langsam auftaut und mehr quatscht und so (auch wenn er für meinen Geschmack zuviel von seinen Katzen erzählt – bäh!), und danach kam „Frauchens Mädel“. Die hatte seit längerem mal wieder ziemlichen Kummer, erst wegen ihrem Fraund, und dann wegen einer ihrer besten Freundinnen. Das mit ihrem Freund hat sie in der Pause dann noch einigermaßen klären können, aber nicht das mit der Freundin… da war es echt gut, dass Raquels Herrchen hinterher noch Zeit hatte und mit beiden Mädchen geredet hat; ich hatte den Eindruck, danach ging es beiden besser.

Nach der Pause war ich mit Frauchen dann in der alten Mittelstufen-Klasse, Biologie – aber irgendwie waren die alle diesmal außer Rand und Band, ich weiß auch nicht… ob´s am Thema lag? Keine Ahnung! Tja, und dann hab ich echt gedacht, ich krieg Tinnitus, denn plötzlich ging mit einem solchen Höllenlärm ein total ekliger Ton los, dass ich dachte, mein Hirn platzt – pfuiteufel! Grausam! Wir mussten alle rausgehen auf den Hof, alle Schüler und Lehrer (in den Schnee und den Eiswind – fast noch schlimmer als dieser grauenvolle Ton…). Nach ein paar Minuten hörte das Piepen dann auf, und alle sind wieder reingegangen – und ich hatte es zum Glück geschafft, denn kaum waren wir oben, ist Frauchen auch schon mit mir losgezogen – und auf dem Flur sind wir prompt Raquel und ihrem Herrchen in die Arme gelaufen. Raquel und ich sind mit Frauchen zu uns nach Hause gelaufen. Luna hat sich diesmal wirklich irre gefreut, als wir reinkamen, denn sie war total angestresst wegen des Baustellenlärms – und ich kann sie gut verstehen, wir haben noch die Reste mitgekriegt, als wir drin waren: du hast echt das Gefühl, als gäb es ein mittelschweres Erdbeben, wenn draußen die Bauarbeiter mit diesem komischen Walzen-Teer-Ding rumfahren, echt gruselig!

Na, auf jeden Fall haben wir dann ein Weilchen gedöst, bis Raquels Herrchen kam, und dann sind wir alle zusammen wieder zu dieser anderen Schule gefahren, wo die starken Jungs sind. Da waren gestern viel mehr als beim letzten Mal; also haben wir nochmal eine Kennenlernrunde gemacht und vorher – ganz wichtig – nochmal die Hunde-Regeln wiederholt. Die vier Jungs vom letzten Mal hatten´s noch voll drauf und wussten alles – klasse! Aber dadurch dass es diesmal acht oder neun Jungs waren, hat alles was länger gedauert, und viel mehr als mit jedem einmal ´ne kleine Übung zu machen haben wir irgendwie nicht geschafft; schade eigentlich… na ja, vielleicht sind wir ja in der nächsten Woche was flotter 🙂

Luna

Heute war es etwas seltsam in der AG.

Raquel war nicht da, das fiel als erstes auf – Frauchen und Raquels Herrchen hatten direkt im Anschluss an die  AG noch eine super lange Fortbildung, da ging das wohl nicht anders. Uns hat Frauchen noch flott nach der AG nach Hause bringen können, aber wir wohnen ja auch ganz in der Nähe der Schule; Raquel nach Hause zu bringen, hätte zu lange gedauert. Schade. Es war viel… ruhiger als sonst, Raquels Temperament fehlte… irgendwie langweilig, so ohne sie… na, ich hoffe doch sehr, dass sie nächste Woche wieder dabei ist! – Und dass Frauchen und Raquels Herrchen dann wieder bessere Laune haben… die zwei waren heute nicht gut drauf; aber das hatte nix mit den Schülern zu tun, und auch nicht mit Phalène und mir. Huh, das fühlte sich gar nicht gut an, was die so an schlechten Schwingungen mitbrachten… das hat auch Phalène und mich total gedämpft, und die Schüler mussten sich irre anstrengen, um uns überhaupt zu irgendwas zu motivieren. Aber sie waren hartnäckig und haben es tatsächlich geschafft 🙂 Und dann hat´s uns allen doch noch Spaß gemacht, und ich glaube, die Schüler waren auch zufrieden. Eins muss man denen echt lassen: sie werden wirklich, wirklich gut, wie sie so mit uns arbeiten. Vor allem die eine, die sich sonst immer sehr zurückhält (sie arbeitet zwar mit Phalène, aber ist ja egal), die war heute unglaublich motoviert und super drauf und hat ganz viele Tipps von Frauchen angenommen und sofort toll umgesetzt – Phalène ist zum Schluss aus einem perfekten Vorsitz perfekt um sie rumgeflitzt und in einem perfekten Fuß neben ihr „gelandet“ – einfach klasse!

Frauchen erzählte uns später, dass sie das am meisten gefreut hat, dass dieses Mädel so schön mitgemacht hat und sogar zwischendurch richtig entspannt und gut gelaunt war – es hatte nämlich vorher wohl riesigen Stress gegeben, und das Mädel hatte in der Stunde vorher lange Zeit vor der Tür gestanden und es kaum geschafft, sich abzureagieren.

Hey, ich glaube, das ist auch ein Kompliment an Phalène, unser Sonnenscheinchen! 🙂

Luna & Phalène

Ph: Das war heute mal ganz schön anders als sonst, was? Anderer Tag, andere Schule, andere Schüler… aber cool irgendwie…

L: Hm, die Schüler waren… tja, anders eben, da hast du irgendwie recht. Erstaunlich, wie schnell die alles drauf hatten –

Ph: …bis auf unsere Namen! Mir ist echt ein Rätsel, wie man uns beide verwechseln kann – und mich und Raquel erst! Ich bitte dich, das geht ja gar nicht!!

L: Das liegt einfach daran, dass du nicht rihtig zuhörst und einfach sofort losrennst – eure Namen klingen nunmal total ähnlich.

Ph: Aber wir haben sie ziemlich ausgetrickst, was? Ich hatte einen irren Spaß daran, erstmal einfach liegen zu bleiben, wenn sie anfingen zu locken und zu rufen 🙂 Und hast du gesehen, wie sie geguckt haben, als ich sogar den Kopf wegdrehte?!

L: Du hast zu Raquels Herrchen geschielt, weil der heute die besseren Leckerchen hatte. Ja, hab ich gesehen. Mir egal, ich hab einfach versucht zu schlafen – oder, na ja, zu dösen wenigstens…

Ph: Aber bei den Leckerchen hast du auch nicht „nein“ gesagt, jetzt mach mal halblang! Angeberin… 😦

L: Die heißen ja auch „Lecker-chen“, warum sollte ich die nicht fressen? Außerdem hatte ich Hunger.

Ph: Pah, kann ja jeder sagen! Obwohl – dieser eine Schüler, der Frauchen tatsächlich gesagt hat, er will keine Hilfe von ihr… da fand ich dich schon echt taff, das muss ich sagen. Den hast du richtig gar gekocht, wie du da einfach  liegengeblieben bist, bis er mit dem Leckerchen direkt vor deiner Nase rumgewedelt hat – ich hätte mich kaputtlachen können 🙂 Aber nett, dass du dich doch noch irgendwann erbarmt hast und mitgegangen bist.

L: Ach klar, ich glaube, Frauchen fand das schwer in Ordnung so… vielleicht machen wir es ihnen ja beim nächsten Mal etwas leichter und kommen schneller angeflitzt, wenn sie rufen – was meinst du?

Ph: Mal sehn… wenn sie die Leckerchen von Raquels Herrchen nehmen… vielleicht 🙂

Luna

Menschenskind, ich bin echt heilfroh, dass ich gestern nicht rausmusste… Klar waren wir ganz normal spazieren, auch wenn es ziemlich frisch war (eisig wäre wohl eher das passende Wort); aber Frauchen und ihre Familie waren zu Hause, und Phalène und ich sind nicht mit zur Hunde-AG gegangen. Die fiel nämlich aus. Wegen Karneval. Ganz ehrlich – die Menschen sind schon ein komisches Volk. Sie sehen ja schon im Normalfall etwas seltsam aus, aber was da gestern und vorgestern so an Gestalten unterwegs war… gestern zogen wirklich Scharen von denen direkt vor unserer Haustür vorbei, mit ohrenbetäubend lauter Musik. Wie kann man sich nur freiwillig so verpacken? Manchmal weiß man gar nicht mehr, ist das jetzt ein Mensch oder ein Tier, oder ein Handy auf Beinen…? Seltsames Volk, ich sag´s ja…

Phalène

Hui,

heute hätten wir um ein Haar beide zusammen Frauchen ausgetrickst – aber sie ist uns auf die Schliche gekommen… was muss das olle Zeug auch so einen Krach machen beim Zerkauen! Mann. Andererseits – dafür hab ich wenigstens keinen Ärger gekriegt, aber Luna 🙂

Also, das kam so: Es hatte an der Tür geklingelt. Eine Nachbarin, die uns immer Hundekekse mitbringt, hatte Nudeln für die Hühner und fragte, ob sie die ins Gehege schütten dürfte. Durfte sie. Also ab durchs Wohnzimmer und raus zu den Hühnern. Auf dem ganzen Weg haben Luna und ich im Akkord Kekse vertilgt, immer schön betteln, springen, treuherzig gucken – und mampfen! Mmh, lecker! Dann  haben die beiden Frauen ein Weilchen gequatscht, und wir sind der lieben Nachbarin halbwegs in die Schürze gekrochen, um zu gucken, ob da keine Kekse mehr drin waren. Waren aber tatsächlich keine mehr da. Blöd. Denn Luna und ich hatten ganz entschieden große Lust auf mehr; vor allem Luna, die hatte nämlich heute Morgen das Frühstück ausfallen lassen, warum auch immer (könnte mir ja nicht passieren…). Auf jeden Fall haben wir die Gelegenheit genutzt, als Frauchen die Nachbarin zur Tür brachte, und haben uns in die Küche geschlichen, kurz sondiert – und auf der Anrichte ein paar Stücke Leicht&Cross-Knäckebrot entdeckt. Zack! – zwischen die Zähne geklemmt, und ab ins Wohnzimmer damit – und kaum war ich an der Decke angekommen, hatte Luna mir das Knäcke auch schon abgeluchst, und für mich war an Drankommen nicht mehr zu denken 😦 schreiende Ungerechtigkeit, sowas!! Tja, und dann kam Frauchen… Luna machte nämlich tierischen Krach beim Kauen, weil das Knäcke so krachte – Knäcke eben. Frauchen kam wie von der Tarantel gestochen rein, und Luna war ihr Knäcke los, zumindest das, was sie noch nicht gefressen hatte. Ich hab ganz unschuldig geguckt und ein paar Krümel aufgeleckt, während Frauchens Aura über Luna schwappte… hihi!

Zweiter Versuch an der Tür, die Nachbarin war noch nicht richtig gegangen – zweite Chance für uns… dasselbe Spiel! Ich organisiere die Beute, Luna zieht sie mir ab und frisst – nur dass diesmal Frauchen irrtümlich in die Küche rennt (in der wir schon längst nicht mehr sind) und gar nicht merkt, dass das nächste Stück Knäckebrot fehlt – ha! So ein Täuschungsmanöver gelingt uns nicht alle Tage! Sie geht tatsächlich zur Tür zurück – und ich gucke Luna beim Fressen zu und ärgere mich schwarz. Bis Frauchen uns doch auf die Schliche kommt und wie ein Gewitter über Luna hereinbricht… da verzichte ich dann doch lieber auf das Knäcke. Hui 🙂

Keine Sorge, Luna hat´s überlebt. Und irgendwie war auch klar, dass Frauchen sich mal wieder mehr über sich selbst ärgerte als über uns…

Luna

Tja, was soll ich sagen… Montag war irgendwie nicht so der Bringer.

Als Phalène und ich mit Frauchen in der Schule ankamen, brannte schon der Boden, Raquels Herrchen war super sauer und die Mädels zickten ohne Ende vor der Tür rum. Das ging noch ein paar Minuten munter so weiter, bis Raquels Herrchen irgendwann ein Machtwort sprach und eines der Mädels kurzerhand nach Hause schickte; dann wurde es so langsam ruhig. Sowas ist immer blöd, weil das schon ziemlich auf die Stimmung abfärbt, und auch wenn wir uns das nicht so anmerken lassen, geht uns das echt ein bisschen an die Substanz – bei Raquel merkt man das richtig, weil sie dann selbst in ihrem Kennel total wuselig wird und jammert. Und Phalène und ich stecken das auch nicht so locker weg. Phalène hält es dann zum Beispiel nicht auf der Decke, und sie will immer bei Frauchen auf den Schoß… ach, was soll´s. So Tage gibt´s halt auch mal. Kann man ja vorher nicht wissen.

Dafür wurde es hinterher nochmal richtig gut, weil wir total intensiv geübt haben – und Leute, ich muss euch sagen: das mit dem Rücken macht mir von Mal zu Mal mehr Spaß! Das ist so eine coole Nummer, das muss man einfach gesehen haben… ich hoffe ja, dass Frauchen und Raquels Herrchen das ernst meinten, als sie sagten, wir basteln an einer Vorstellung für die Unterstufenklassen. Das wäre es echt noch, so ein richtiger kleiner Auftritt – super! Also, an mir liegt´s nicht, wenn daraus nix wird, ich zieh meine Nummer durch, versprochen, auch vor Publikum!