Luna

Frauchen hat gesagt, man soll vor Ostern „in sich gehen“, Ballast abwerfen (Frauchens Mann macht zum Beispiel seit Wochen Diät!!), ins Reine kommen mit sich selbst und mit anderen… oder so ähnlich… ich habs nicht so ganz verstanden. Aber es geht glaube ich um sowas wie „mit reinem Gewissen in die Feiertage“.

Ok. Ich muss was beichten…

Hatte ich nicht letztens noch gesagt, beim nächsten Mal, wenn Phalène in der Küche räubern geht, müsste ich sie mal ordentlich in den Hintern kneifen? Tja, das hat irgendwie nicht so geklappt… Stattdessen haben wir gemeinsame Sache gemacht – und in einem unbewachten Moment ein halbes Schokobrötchen von der Anrichte geklaut. Bis Frauchen wieder in der Küche war, hatten wir gerade mal die oberste Schicht Blätterteig abgeschleckt – aber Mann! Ich weiß ja nicht, ob sich das gelohnt hat, bei dem Donnerwetter, das es da gab… noch dazu wegen der Schokolade, die ist ja strengstens verboten…

Und dann vor ein paar Tagen, abends, im Dunklen.

Ausnahmsweise war Frauchens Mann dabei, die beiden haben gequatscht, Frauchen war etwas abgelenkt – sie hat aber trotzdem sofort den „Gegenverkehr“ mit Taschenlampe gesehen, der da auf einem schmalen Aschenweg auf uns zusteuerte. Sicherheitshalber hat sie Phalène angeleint – und dann weitergequatscht… Hätte sie mal besser auch mich angeleint! Ich weiß auch nicht, was mit mir los war. Normalerweise mach ich ja einen Bogen um andere Kollegen. Ganz, ganz selten find ich sie interessant genug, mal „hallo“ sagen zu gehen. Aber meistens sind sie mir zu wild und zu aufdringlich, deshalb schick ich nach Möglichkeit ja Phalène vor, zumindest wenn Frauchen das nicht verhindert 🙂 Ansonsten, wie gesagt, meide ich den Kontakt. Aber an dem Abend… keine Ahnung, ob mich die Taschenlampe des Mannes hypnotisiert hat, oder ob ich von der orangen Warnweste so irritiert war – auf jeden Fall halte ich direkt auf ihn zu – und auf den riesigen Schäferhund, den er an der Leine hat, und der schon mit den Vorderläufen abhebt, ehe ich kapiere, wo ich mich befinde. Hui, das nächste Donnerwetter von Frauchen! Upps… 😦 Ich hab dann schleunigst gemacht, dass ich zu ihr aufschloss. Als wir fünf Minuten später auf dem Parallelweg demselben Mann (und demselben Trumm an Schäferhund) wieder begegneten, konnte ich gar nicht so schnell gucken, wie der Karabiner der Leine an meinem Halsband einrastete! Aber, ganz ehrlich, das fühlte sich gar nicht mal so schlecht an. Und Frauchens Beine zwischen uns und den beiden „schweren Jungs“ gaben zusätzliche Sicherheit. Da konnte ich auf einmal höchst elegant an ihnen vorbeitänzeln… und fast den Schreck vergessen, der mir kurz vorher durch die Glieder gefahren war 🙂

So. Mir gehts besser. Jetzt, wo ich das los bin. Ostern kann kommen. Auf zu neuen Taten 🙂 …

Luna

Tja…

…wenn ich erzählen dürfte… einfach cool… Mann, Mann, Mann… ha! 🙂

Das war eine richtig gei…-tolle Stunde. Und was wir gemacht haben – tja, wirklich schade, dass ich nichts erzählen kann, welch ein Jammer!

Aber ihr dürft echt gespannt sein – auch wenn das jetzt vor den Ferien nicht mehr klappen wird mit der Vorführung (dafür waren die letzten Wochen einfach zu durcheinander, und dann haben auch immer wieder ein paar der Jungs und Mädels gefehlt). Auf jeden Fall ist das Programm einfach klasse – wie eine richtige Zirk…- äh, nun ja, eine tolle Aufführung eben…

So. Ehe ich mich total verplappere – bis nach den Ferien in der Hunde-AG!! Und Phalène und ich – und Raquel bestimmt auch – wir werden sicher zwischendurch mal was ins Tagebuch schreiben. Bis dahin – frohe Ostern – viel Spaß beim Eiersuchen und so… 🙂

Phalène

Liebe Raquel,

bei aller Freundschaft… aber muss das denn sein mit dem Schnee?! Solches Wetter kannst auch nur du toll finden 😦 ich frier mir hier die Pfoten ab!! Und das nach den ersten schönen Sonnen-beinahe-Terrassentagen – ach Menno…

Ach ja, apropos Pfoten: lang, lang ist´s her – aber heute Mittag bin ich wieder mit Schluppe unterwegs gewesen. Frauchen kriegte heute Morgen die Vollkrise. Sie wollte eigentlich nur eben nach der kurzen Runde, bevor sie zur Arbeit geht, meine Pfoten trockenputzen – und entdeckte bei der Gelegenheit vorne links einen Splint, der im Ballen steckte. Sie hat fast zehn Minuten an mir rumgedoktert, aber dann hatte sie das olle Ding aus dem Ballen befördert – und ich hab ein dickes Lob eingeheimst, weil ich so super stillgehalten habe. Wenigstens etwas. Ich hoffe nur, dass das Ganze in ein paar Tagen erledigt ist, wenn die kleine Wunde sich geschlossen hat. Ich kann diese Schuhe echt nicht mehr sehen.

Andererseits: auch wenn ich den ganzen Spaziergang an der Leine war – das hat auch was Entspannendes! Denn ich konnte total relaxed neben Frauchen her trotten und hatte eigentlich gar keinen Drang mehr zu gucken, was so vor uns auf dem Weg abgeht. Schließlich kann Frauchen auch mal was regeln, wenn ich schon nicht frei laufen soll! Ehrlich gesagt: ziemlich angenehm 🙂 wenn ich frei bin, gelingt mir das leider nicht immer, so entspannt zu bleiben, weil ich doch immer mal wieder das Gefühl hab, dass ich vorne „auf Posten“ sein muss…

…du verstehst das, liebe Raquel, oder? Du bist ja auch so eine „an vorderster Front“. Aber wenn wir mal zusammen unterwegs sind, du und ich (und Luna natürlich), dann find ich echt klasse, wie du dich mittlerweile auf uns als Rudel verlässt – das fühlt sich toll an, oder? Ich meine, wir drei machen ja auch schon wirklich was her, wenn wir so angetrabt kommen und gemeinsam die Welt (oder den Wald, oder eben den Weg) erobern 🙂

Machen wir demnächst mal wieder, ja? Aber bitte bei besserem (sprich: wärmerem) Wetter! Bis Montag in der AG!

 

Raquel berichtet aus der AG

Oh Mann, ich liebe Schnee. Also echt. Heute wäre ich viel lieber durch den Garten getobt oder besser noch… durch den Wald.
Ok, ok. Die Schüler sind eigentlich lieb und arbeiten toll mit uns. Aber Schnee. Da kommt nur noch das Schwimmen im See ran.

Also heute ab ins Auto und zack, zack zur Schule und was soll ich euch sagen… Wir, also meine beiden Busenfreundinnen Luna und Phalène und ich haben uns zu Tode gelangweilt. Die Schüler haben ganz intensiv an einer Vorfü… gearbeitet psssst, das darf ich ja noch gar nicht verraten…

Und nur zum Schluss kamen wir zum Einsatz  (Leckerchensuchrunde). Dafür haben wir aber ein dickes Lob bekommen, wie mustergültig wir einfach nur da waren und tief und fest weggeschlummert sind, ganz entspannt.

Bleibt einfach am Ball. Denn nach den Ferien werden wir das Geheimnis lüften, woran die Schüler gearbeitet haben 😉

Eure Raquel

 

 

 

Raquel berichtet

Oh Mann. Da kam aber heute einer genervt nach Hause. Herrchen war ziemlich frustriert von seiner Schule. Das ist super selten.

Und was macht er… Er zieht doch tatsächlich die Joggingschuhe an, um sich abzureagieren. Die Leine hervorgeholt, mir das Halsband angelegt und ab geht es über Felder und Wiesen (na ja… abgehen ist anders – aber für den Anfang war´s – einigen wir uns auf ok – aber das wollte ich ihm nicht auch noch auf die Nase binden)…

Also wir im intergalaktischen Schneckentempo losgesprintet und da sehe ich doch schon meinen Lieblingsbach vor mir liegen…

Herrchen lacht immer, wie ich so durchs Wasser spritze. Also mit Anlauf hinein ins schöne Nass… Nass… Aber was ist das denn…

Ich höre hinter mir nur noch Herrchen rufen: Raquel nein… Aber das hatte ich ja jetzt auch schon gemerkt. Unter mir nur ein schmatzendes Geräusch schmierigen Schlamms. Das wird Herrchen wohl gar nicht gefallen. Hatte er mich nicht gestern erst gebürstet?

Aber als ich mich umdrehte und in sein Gesicht sah war mir klar, mit der Aktion hatte ich den Tag gerettet, er lachte lauthals. Und zur Belohnung durfte ich baden.

Baden liebe ich am meisten!

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Luna

Frauchen hat sich rieig gefreut:

Sie hat von den starken Jungs der Hauptschule, an der wir ja jetzt ein paar Mal donnerstags waren, ein tolles Bild geschenkt bekommen als Dankeschön dafür, dass wir mitgemacht haben; und als Erinnerung – da sind nämlich alle drauf, die mitgemacht haben, auch wir Hunde und Frauchen und Raquels Herrchen.

Mir gefällt das Bild auch seeehr gut… rings drumherum kleben nämlich ganz viele große und kleine und mittlere Hundekekse, und untendran hängen zwei fette Schweinsöhrchen – ist das nicht lieb von der Truppe? Da müssten wir glatt nochmal vorbei und uns bedanken!

Mal sehn… 🙂

Phalène

Ach Menno,

tut mir total leid, jetzt hat schon wieder keiner erzählt, wie es am Montag in der AG war… soll ich schnell?

Ok. In einfachen Worten: kein Vergleich zum letzten Mal! Es war total entspannt und ruhig, so wie am Anfang immer, als Frauchen so begeistert war und immer von der „tollen Truppe“ schwärmte. Nach den stressigen Tagen vorher war das echt mal sehr angenehm! Einem Mädel gings zwar nicht so gut, aber das war nicht so schlimm – für die anderen nicht und für das Mädel selbst auch nicht. Die war einfach nur still und nachdenklich, aber kein bisschen zickig.

Trotzdem war Raquels Herrchen diesmal ziemlich streng in seinen Vorgaben und hat aus der Stunde sowas wie´ne Disziplin-Übung für alle Beteiligten gemacht. Aber das war völlig in Ordnung und eigentlich sogar richtig cool! Denn durch die klaren Ansagen war es die ganze Zeit ruhig, die Jungs und Mädels waren alle super aufmerksam und bemüht, alles richtig zu machen. Na, da war es natürlich eine Ehrensache für uns drei, also Raquel und Luna und mich, dass wir exzellente Arbeit abgeliefert haben 🙂 schließlich soll es ja nicht an uns liegen, wenn mal was nicht perfekt klappt! Aber es klappte alles – vielleicht nicht immer perfekt, aber gut auf jeden Fall, und Frauchen und Raquels Herrchen waren mehr als zufrieden. Und weil die Stimmung so entspannt war, durften wir sogar die letzte Viertelstunde chillen – nett!!

Mal schaun, was die nächste AG-Stunde so bringen wird…

Ach ja, und heute durfte ich leider nicht mit in die Schule – Frauchen hat mit der Mittelstufenklasse den Kiosk-Verkauf für alle Schüler gemacht, mit selbstgekochtem Milchreis und frischen Brötchen und Laugenbrezeln… sehr rücksichtsvoll von ihr, mich da nicht mitzunehmen, ich glaube bei der Flutwelle an fantastischen Gerüchen wäre ich glatt verhungert oder in meinem eigenen Wonne-Sabber ertrunken! Aber – jetzt mal Scherz beiseite – es gibt nicht viele Orte an die ich nicht darf: die Küche ist allerdings so ein Ort. Essen und Tiere, das ist leider ein No-go. Tja, muss ich halt sehen, dass ich zu Hause nochmal was erbeute… 🙂

Phalène

Was war das heute für ein schöner Spaziergang!

Erstmal, ganz wichtig: es wird endlich ein bisschen wärmer draußen. Und die Sonne schien zumindest hinter den Wolken, das konnte ich spüren! Wird ja auch wirklich Zeit, dass es mal wieder Wetter „für uns“ gibt – also warm, trocken und nicht windig…

Aber was viel besser war: Frauchen strahlte seit langem mal wieder eine solche Ruhe und Ausgeglichenheit aus, dass mir ganz warm ums Herz wurde, auch ohne Sonne – war das ein tolles Gefühl 🙂 Ich durfte sogar ein bisschen hin und her flitzen – na ja, zumindest hinter ihr und neben ihr, vor ihr oder weiter weg ist nach wie vor nicht erlaubt. Aber egal, das war auch so schon echt cool. Und dann hatte ich so viel Energie, dass ich einfach was machen musste, irgendwas, um nicht vor lauter guter Laune zu platzen! Also hab ich einen abgenagten Maiskolben zwischen die Zähne geklemmt und Frauchen gebracht – und o Wunder: nicht nur, dass ich ihn tatsächlich nehmen durfte (ist normalerweise verboten), nein, sie hat sogar richtig mitgespielt, ist das zu glauben?! Ich weiß auch gar nicht, warum ich bislang immer Angst hatte, sie würde mir sowas zum Spielen wegnehmen und mich nicht mehr dranlassen – heute hat sie den Maiskolben für mich über den Weg gekickt und sogar aufgepasst, dass Luna ihn mir nicht stibitzt (dann kann ich das nämlich vergessen, wenn die mal was hat, gibt sie´s nicht mehr her). Das war echt Hammer! Einfach nur toll!

Was für ein schöner Spaziergang… 🙂

Luna

Armes Frauchen.

Ich mach mir so langsam ein bisschen Sorgen um sie. Die ist ja fast noch dünner als wir! Aber ich meine – mal ehrlich – es kann ja auch nix an sie drankommen: Gerade hat sie sich ein halbes Brötchen dick mit Butter bestrichen, drei Scheiben Salami obendrauf, und was macht sie dann?! Sie beißt einmal rein und geht aus der Küche, und das Brötchen lässt sie liegen!

Dreimal dürft ihr raten, wo die Salami gelandet ist. Richtig: in Phalènes Bauch. Frauchens Tochter war zwar schnell, denn Phalène hat ein bisschen mit dem Teller geklappert; aber die Salami konte sie nicht mehr retten, die war schon weg. Immerhin hat sie das Brötchen in Sicherheit gebracht.

Ich denke ernsthaft über Fremdschämen nach… das sind doch keine Windhundmanieren! Vielleicht muss ich Phalène beim nächsten Mal tatsächlich mal einfach in den Hintern zwicken, damit sie mit sowas aufhört. Mann-Mann-Mann…

Luna

Gestern war die letzte Stunde bei den starken Jungs aus der Hauptschule Ratheim.

Schade eigentlich. Denn gestern war es richtig, richtig klasse! Neun (oder zehn?) Jungs aus den Klassen 7, 8 und 9, einige von denen schon richtige Schränke, saßen da im Stuhlkreis, als wir kamen, und hatten gerade mit der Stimmungsrunde angefangen. Wir sind dann flott mit eingestiegen, denn wir wollten ja möglichst viel Zeit für die Übungen haben – deshalb hat Raquels Herrchen gleich zu Beginn eine sehr klare Ansage gemacht, wie die Stunde ablaufen soll.

Danach lief es einfach nur super 🙂 Die Jungs hatten zum Teil richtig „Schmelz“ in der Stimme beim Abrufen – und eine tolle Körperhaltung! Und die meisten hatten auch auf Anhieb die richtigen Sichtzeichen und Signalworte drauf, sodass Raquel, Phalène und ich sofort wussten, was sie von uns wollten. Wir waren diesmal aber auch mit Feuereifer dabei, das muss man mal sagen. Und das „Hier“, „Sitz“ und „Fuß“ können wir ja quasi im Schlaf, also konnten wir richtig ein bisschen prahlen, was für toll erzogene Hunde wir doch sind. Prima!  Fies war nur dass wir zum Schluss zugucken mussten, wie alle Kuchen kriegten, nur wir nicht 😦 aber egal, dafür hat Frauchen dann leckere Hundesalami spendiert.

Um drei Uhr ist normalerweise Schluss, aber ein paar Schüler wollten einfach noch nicht nach Hause gehen, also zeigten Frauchen und Raquels Herrchen noch ein paar von den Tricks, die wir können – die mussten die Schüler dann natürlich auch nochmal ausprobieren. Und ehe wir´s uns versahen, war es schon viertel vor vier; wenn das mal kein Kompliment an uns war!

Eine rundum gelungene Stunde – eigentlich der beste Abschluss, den man sich wünschen kann – aber jetzt hätte ich doch glattweg Lust auf mehr… 🙂