Luna

Gestern war ja wieder AG-Tag…

…aber außer dass wir ziemlich fleißig an unserer Vorführung geübt haben, kann ich leider nicht viel verraten.

Dafür wollte ich was anderes erzählen: Normalerweise gehen Frauchen und Raquels Herrchen mit uns nach der AG immer eine kleine Runde spazieren, und danach rollen wir uns zusammen, denn dann wird geredet, geredet und geredet. Das nennt sich Konferenz und ist für uns Hunde zum Gähnen langweilig. Aber nach der Arbeit in der AG kommt ein ausgiebiges Nickerchen ganz gut, deshalb stört uns das nicht. Tja, gestern gabs eine Überraschung, denn Raquels Herrchen hat uns nach Hause kutschiert, und Frauchen ist allein in der Schule geblieben. Auch mal nett! Aber als sie nach Hause kam, war sie ganz geknickt…

Ihr habt ja schon von Clara gehört, das ist die Tochter eines Kollegen von Frauchen, die ist montags meist dabei, weil sie sonst zu Hause alleine wäre. Clara liebt uns. Immer wenn sie uns sieht, kommt sie und knuddelt uns und erzählt uns, wie sehr sie Hunde mag und ganz besonders uns, und sie malt Bilder für uns und Frauchen, und, und, und… also ganz klar unser Fan! 🙂 Ein- oder zweimal hat sie Frauchen und uns begleitet, wenn wir spazieren waren, und dann durfte sie Phalènes oder meine Leine halten – ihr hättet ihr Lächeln sehen sollen, hin und weg war sie! Echt süß… aber irgendwie klappt das nicht mehr so mit dem gemeinsamen Spazieren, ich hab keine Ahnung warum. Clara liegt immer auf der Lauer, oben am Fenster, wenn sie im Lehrerzimmer darauf wartet, dass die sechste Stunde zu Ende ist. Und irgendwie verpassen wir uns dann immer. Jedenfalls hat sie bis jetzt nie mitgekriegt, wenn Frauchen und Raquels Herrchen mit uns aus dem Oberstufengebäude kamen.

Aber gestern, da hat sie uns gesehen – und laut gerufen – nur leider hat keiner etwas gehört (ich muss zu meiner Schande gestehen, nicht mal ich hab irgendwas gehört, seonst hätte ich doch geguckt…!), und so sind wir ohne Clara losgezogen. Und die arme Clara hat vor lauter Kummer geweint…

Liebe Clara, nächsten Montag ist dein Tag, versprochen. Ich denk an dich. Ganz feste.

Phalène

Aufs Klo gehen – ts, so weit kommts noch! Da lass ich mir doch lieber den Rücken vollregnen und flitz eben in den Garten – die meisten Regentropfen sind eh zu langsam, um mich zu treffen 🙂

Aber gestern, ich sags euch – das war Tortur pur!

Wir waren zu Besuch bei Frauchens Familie, in so einem Edel-Stadtteil von Dortmund, ich hab vergessen wie das heißt. Es fing direkt nach dem Aussteigen schon an: fix ein paar Meter gelaufen, und dann – schwupp! – in so ein großes Haus, wo total viele Menschen sind, die alle was essen – beim Reinkommen dachte ich schon, mich trifft der Schlag, so lecker duftete das! Dreimal dürft ihr raten, wo wir hindurften – richtig: unter den Tisch 😦 Und dann gings los… Es gab Tafelspitz vom Rind, gegrilltes Putensteak, Schweinemedaillons, panierte Schnitzelchen und kross gebratenen Speck – mir sagen die Namen ja alle nix, aber eins duftete fantastischer als das andere – grausam!! Luna war echt die Härte: kringelt sich um ein Tischbein und schläft… andererseits clever von ihr. Ich hab nämlich bei meinen klammheimlichen Streifzügen unterm Tisch nix finden können, was sich hätte fressen lassen, nicht mal mikroskopisch kleine Fitzelchen 😦 dafür hatte ich am Ende die Nase voller Teppichfusseln – bah!

Als Nächstes ging es ein schönes Stück durch den Park (leider sehr voll, leider viele Hunde, und leider nur an der Leine) und dann – zum Glück! nur!! – ein paar Meter auf die Kirmes. Wie können sich die Menschen sowas bloß freiwillig antun?! Kein Wunder, dass die alle fast taub sind bei dem Krach, den die sich auf die Ohren dröhnen.

Tja, und dann, sozusagen zum krönenden Abschluss, durften wir in die Heiligen Hallen vorstoßen – oder vielmehr flugs durchs Haus in den Garten und da auf die Terrasse und da auf unsere Decke – und dann liegenbleiben. Aber das war mir ganz recht. Ich hatte eh genug, und außerdem wars total warm geworden, also langstrecken und sonnenbaden -mmmh! – bis ich echt nicht sicher war, ob ich träume oder wache…

Auf einmal nimmt nämlich meine Nase eine Witterung auf… ich dachte erst, ich bin wieder in dem Haus mit den tausend Düften, aber mein Rüssel zuckt wie wild, dass Frauchen guckt als fürchtete sie, meine Nasenspitze könnte abfallen – und da, direkt vor mir, ein Hase!! Ich hätte nicht mehr machen müssen als mich ein bisschen aufzurichten und das Maul weit aufzusperren – und er hätte mir direkt reinplumpsen können… hätte Frauchens Schwägerin ihn nicht auf dem Arm gehabt! Und da der Hasenbraten in spe auch noch einen Namen hatte – bliebs bei „in spe“… war ja klar… 😦

Was für ein Tag. O Mann.

Luna

Liebe Raquel,

vielen Dank für das Filmchen. Sehr lehrreich. Ist schon toll zu sehen was wir so alles lernen können, wenn wir nur wollen. Heute ging es ja zum Glück einigermaßen mit dem Wetter, zumindest als wir unterwegs waren – von unten ziemlich feucht, aber von oben großenteils trocken, da konnte ich echt nicht meckern. Das ist auch der Grund, warum ich das mit dem Toilette-benutzen noch nicht geübt habe. Und, um ehrlich zu sein, der Haken an der Sache ist ja: es sieht verflixtnochmal so aus, als könnte man da reinfallen… 😦

Raquel für Luna

Mensch. Das Wetter ist ja echt besser geworden. Freut mich besonders für dich. Den Film habe ich bei youtube gefunden, als ich etwas gelangweilt durch´s Netz surfte. Das musst du unbedingt üben. Dann brauchst du bestimmt nicht mehr bei Wind und Wetter raus und kannst länger schlafen.

Liebe Grüße

Raquel

 

Raquel

jetzt haben wir morgen wieder frei… aber zu erzählen habe ich noch etwas. Eine Sache ist ganz spannend und löst sich in Wohlgefallen auf… bei der zweiten Sache, mhhh, die ist etwas verfänglich…. einen kleinen Moment eben… muss nur kurz nachsehen, ob Herrchen sich einen Kaffee macht und ich unbeschwert schreiben kann… also los. Viel Zeit habe ich nicht…

Zur ersten Sache. Wir gehen also dumdidum vorgestern durch den Wald, ich frei laufend, aber in Herrchens unmittelbarer Nähe als wir um die Kurve des Weges biegen und uns drei komische Gesellen entgegenkommen. Ein Rudel und sehr, sehr beeindruckend. Alle die Rute in Windeseile im 90 Gradwinkel aufgestellt, Ohren angespitzt und ihre Aufmerksamkeit auf mich gerichtet.

Ihr Herrchen mit Inearkopfhörern völlig mit sich beschäftigt nimmt uns erst im letzten Moment wahr. Ich glaube, dass seine Hunde schon auf dem Sprung waren. Ich drücke mich also ganz nah an Herrchen und da passiert es. Der Mann pfeift, aber nicht zum Angriff, sondern es ist ein Signal für seine drei Racker. Und was soll ich euch sagen…. Zack, Zack, Zack springen sie ein bisschen vom Weg zurück und liegen Schulter an Schulter im Platz. Als hätte man sie dort in Stein gemeißelt. Natürlich hätte ich jetzt wie  unser Bundespräsident Herr Gauck die Reihe abschreiten können. Das wäre mir aber eine Spur zu vermessen gewesen. So beließ ich es auf Herrchens Höhe zu bleiben und ihnen meinen Respekt zu zollen und auch dem Ipodherrchen.

Und nun zur zweiten Sache… ich werde mein Grinsen einfach nicht los. Also Herrchen ist wieder unter die Läufer gegangen. Bikinifigur , BMI und so´n Quatsch (habe ich ja nicht nötig)… also Herrchen seine Laufschuhe an, sein Gerät eingepackt, das ihm immer sagt, wo wir sind, wie schnell er läuft, wie viele Kilometer er geschafft  und wie viele Kalorien er verbraucht hat (kann der nicht einfach nur markieren und schnuppern, so findet man sich doch auch zurecht)…

Also er läuft los und stellt an dem Technikteil ein, dass das Gerät auf Pause stellen muss, sobald er nicht mehr läuft. Wir also los. Am Anfang war das Tempo nett und dann kamen die ersten Berge, natürlich ist er nicht stehen geblieben… aber schnell, na ja, schnell ist anders und das Gerät über Lautsprecher im Hintergrund immer: Aktivität pausiert. Aktivität fortgesetzt, Aktivität pausiert.

Irgendwann schien er so sauer zu sein, dass er es abgestellt hat. Aber was soll ich sagen. Der Anfang ist gemacht 😉

 

Phalène

Ich hatte euch doch ein paar unserer Abenteuer erzählen wollen – aber nein, schwupp, krallt sich Luna das Tagebuch 😦

Eine kleine Geschichte verrate ich euch trotzdem noch schnell. Ist schon ein paar Tage her, aber egal.

Wir waren abends eine etwas größere Runde unterwegs, so gegen halb neun, nochmal oben ein Stückchen durch den Wald. Das machen wir eher selten – da ist es ziemlich ruhig und einsam – und dunkel! Zumindest bis vor kurzem war es das. Jetzt ist es ja zum Glück abends länger hell.

Da oben im Wald riechts herrlich um diese Zeit – und überall raschelts total verführerisch im Unterholz… mannomann, aber ich hab mich am Riemen gerissen! (Also, genaugenommen war „Riemen“ gar nicht nötig, ich durfte die ganze Zeit frei laufen.) Na, auf jeden Fall sind wir schon fast wieder am Rand unseres Wohnviertels angelangt, die letzten Meter durchs Grün, links von uns der Wiesen-Bolzplatz – und ich krieg Stielaugen, aber sowas von! Steht da ein Reh. Auf dem Bolzplatz. Vielleicht zehn, zwölf Meter von uns entfernt. Am Rand, so Strafraum-Höhe. Ein Reh! Auf dem Bolzplatz! Ist das zu fassen?! Das sah so verrückt aus, dass ich wie festgetackert dastand und echt nur glotzen konnte.

Mein einziger Trost war, dass das Reh genauso verdattert war wie ich und einfach zurückgeglotzt hat. Frauchen hat sich natürlich kaputtgelacht – über uns beide. Weil das Reh da so witzig rumstand. Und weil ich wie Lots Weib zur Salzsäule erstarrt war und nichtmal mehr in der Lage war mich zu erinnern, dass ich ja eigentlich ein Sichtjäger bin… o Mann…

Luna

Was für ein Wetter… grausam!!

Das geht schon ein paar Tage so; die Temperaturen schaffen es nicht nennenswert über 10 Grad, und es gibt Niederschläge, die an Kreativität kaum zu überbieten sind: von 120% Luftfeuchtigkeit über feinen und mittleren Niesel bis hin zu Bindfaden-Regen, es gibt das ganze Programm. Und kaum mal eine Pause, um trockenen Pfötchens in den Garten huschen und Pipi machen zu können… schrecklich!

Heute am späten Nachmittag hat Frauchen dann sozusagen die Gunst der trockenen Stunde genutzt – ein kleines Regenloch. Ich war zwar mehr als misstrauisch, musste aber trotzdem mit. Also auf, die Köpfe eingezogen und ab auf die Rennbahn. So weit, so gut.

Und wir hätten tatsächlich auch Glück gehabt, rein theoretisch, hätte Frauchen nicht den Weg zwischen zwei Feldern ausgewählt. Von oben zwar trocken, mussten wir dummerweise durch fast hüfthohes Gras laufen, das so hoch stand, dass Phalène und ich Bocksprünge machen mussten um zu sehen, was vor uns so los ist. Wir sind hinteinander her, auf einer total engen Spur – und trotzdem hatten wir schon nach ein paar Metern kein trockenes Fleckchen Fell mehr auf den Rippen. Na super.

Frauchens Jeans klebte ihr zwischen der Parka und ihren Lederstiefeln von oben bis unten an den Beinen – sah witzig aus, auch wenn ich nicht wissen möchte, wie sich das anfühlte. Wahrscheinlich auch nicht besser als unser nasser Pelz. Wenn das nicht besser wird mit dem Wetter, trete ich in Streik und lerne, aufs Klo zu gehen!

Phalène

Ha, das ist ja witzig – da erzählen Luna und Raquel fast gleichzeitig von heute!

Aber noch witziger finde ich, wie unterschiedlich das klingt:

Raquel, die alle Schüler toll findet („das Leben und überhaupt alles – das mag ich am liebsten!!!“ – typisch Raquel) – und Luna, die Anspruchsvolle, die Perfektionistin, die natürlich wieder nicht 100%ig zufrieden ist… („tja, da haben die wohl mal wieder die Hälfte von dem vergessen, was wir ihnen beigebracht haben, ts“ – ich hör sie förmlich nörgeln und seh sie die Nase krausziehen) – hihihi! Echt lustig!

Aber lieb hab ich sie beide…

🙂

Raquel berichtet…

… komisch war das heute… es fehlten viele Schüler. Einige machten ihr Schnupperpraktikum. Was immer das auch ist. Wenn ich schnuppere, dann bin ich keine Praktikantin, dann rieche ich…. ach, das wollt ihr nicht wissen, was ich gerne schnuppere. Wo war ich doch gleich stehen geblieben, ach  ja richtig – wenige Schüler waren da.

Wir haben heute also gar nicht am Projekt gearbeitet, sondern haben ganz viele Basics wiederholt. Klare und motivierende Stimme, Körperhaltung, eine gute Gestik usw. Der Franzi gelang das so gut, dass sie ihre Hände auf dem Bauch verschränkte und mich nur mit der Stimme ins Sitz brachte und auch zum Fuß animieren konnte. Tolll!

Bei jeder Übung wurde der ausführende Schüler von den anderen beobachtet und nötigenfalls kritisiert, aber nie ohne zu sagen, was er besser machen kann. Das hat Herrchen in ein Formular geschrieben und das ist dann der Tagesplan für die nächste Woche.

Und dann passierte noch etwas Besonderes… Bestimmt habt ihr schon längst den Film auf der Startseite entdeckt. Der stammt aus der Religionsprojektwoche. Die Schüler haben also den Laptop aufgebaut, einen Beamer angeschlossen und dann haben wir alle den Film geschaut. Es waren natürlich auch die Kinder dabei, die an dem Film in der Projektwoche mitgeholfen haben. Das war ein großer Bahnhof und wir Hunde haben uns sehr gefreut, die ganzen Schüler wieder zu sehen und ganz ehrlich. Der Film ist richtig gut geworden.

Ein Nachbar von uns hat den auch gesehen und meinte, den Film könnte man ja zur Berlinale schicken – das ist sowas wie die Oscarverleihung in Amerika. Na ja. So gut ist der Film vielleicht nicht. Aber es war ganz lieb gemeint. Danke Dirk.

 

 

Luna

Heute war AG-Tag.

Ich hatte mich so gefreut, meine Jungs wiederzusehen, mit denen ich die letzten Wochen geübt hatte – aber es waren zwei von den dreien nicht da. Was für ein Pech! Aber Raquels Herrchen hatte sowieso anderes mit den Jungs und Mädels im Sinn. Ein paar fehlten, die waren im Praktikum, da wäre es mit dem Üben eh schwierig geworden.

Tja, und dann zückte Raquels Herrchen diese legendären Bewertungszettel… 🙂 und alle mussten der Reihe nach antanzen und unter Beweis stellen, dass sie die Grundtechniken noch draufhaben. Zumindest war es so gedacht. Nur leider hatten nicht mehr alle parat, wie das war mit der geraden Körperhaltung, der motivierenden Stimme und den richtigen Signalen – und so ging eben das ein oder andere ein klitzekleines bisschen in die Bux… hihi! Dabei sollten sie nichts weiter mit uns machen als „Hier“ und „Fuß“, also wirklich bekannte Sachen (und eigentlich puppi-einfach).

Das kommt davon, wenn man sich auf der faulen Haut ausruht und meint, alles im Griff zu haben – dann kommen wir und zeigen, dass die Arbeit mit uns eben wirklich ernstgenommen werden muss.

Nur Phalène, die musste es mal wieder ein bisschen übertreiben, von wegen „wenn Frauchen mich auf der Decke ablegt, dann können die Leute machen was sie wollen – ich steh nicht auf, und schon gar nicht lauf ich hin  umd mach, was die sagen“… aber als Frauchen rausging, um was zu regeln, flitzte sie natürlich wie ein geölter Blitz hin zu dem Mädel, das mit ihr arbeiten wollte, und natürlich machte sie auch einen perfekten Vorsitz und wuselte wie nix auf die Fuß-Position – klar, es gab ja was zu Essen!!  Ts, ts, ts… 🙂

Ach ja, eine tolle Aktion gabs noch zum Schluss: Die Jungs und Mäddels aus der Projektgruppe kamen zu uns, und zusammen haben wir uns den Film angesehen, den wir in den zwei Projekttagen gedreht haben – und der Rap ganz am Ende ist auch selbstgedichtet gewesen, echt cool! Ich fand auf jeden Fall witzig, mich selbst durchs Bild laufen zu sehen 🙂

Wir müssen auch unbedingt noch erzählen, was wir in den zwei Tagen so alles gemacht haben, fällt mir bei der Gelegenheit ein. Das war schließlich nicht nur der Film, sondern noch viel mehr – Mensch, das hätte ich jetzt fast vergessen! Beim nächsten Mal, versprochen! Jetzt hab ich schon so viel erzählt, da muss ich mich erstmal für ein Nickerchen zusammenrollen. Am besten auf der Couch. Nein, am besten auf dem dicken Kissen auf der Couch… gähn…