Luna

Wir waren gerade spazieren. Endlich, endlich wirds wieder wärmer – und trocken! Anfang der Woche dachte ich noch, ich müsste mir Schwimmhäute wachsen lassen – oder mir nochmal dieses Video ansehen von dem Hund, der auf die Toilette gehen kann… Mann, gruselig, dieser Regen!

Aber was jammere ich. Heute ist es richtig angenehm. Nicht zu warm und nicht zu kalt. Viel Sonne, aber zwischendurch auch mal ein paar Wolken – damit ich nicht komplett schmelze. Draußen wächst alles wie verrückt, und die Getreidefelder sehen schon super aus. Zum Glück haben die Bauern netterweise die meisten Wege die wir gehen mittlerweile gemäht. Fast alle. Aber eben nicht alle. Vorhin haben wir einen Weg erwischt, da stand das Gras mehr als kniehoch – und ich meine Menschenknie! Da konnten wir nur hintereinander her, in einer Rinne ohne Gras. Und in genau dieser Rinne hüpfte vor uns ein Vögelchen, ziemlich klein noch, und das mit dem Fliegen hatte es noch nicht so ganz raus. Jedenfalls konnte es nicht so richtig abheben, immer nur ein bisschen, und dann auch nur für ein kurzes Stück, und ehrlich gesagt auch nicht besonders hoch. Und das Gras war so dicht, dass es nicht mal eben nach rechts oder links verschwinden und wegflattern konnte.

Tja, auf jeden Fall gabs Stau auf der Autobahn, also in unserer Gehrinne. Frauchen hatte das Vögelchen schon gesichtet und hielt Abstand und überlegte, wie wir am besten dran vorbeikommen könnten. Phalène kriegte spitz, dass da vor uns irgendwas Interessantes sein musste – Ohren senkrecht, Brust raus – und Handbremse angezogen, denn Frauchen hatte sie sofort mächtig im Visier. Schließlich mussten wir uns hinsetzen und warten, und Frauchen versuchte es seitlich durch die erste Getreiderinne neben dem Weg am Vögelchen vorbei. Das klappte. Also rief sie uns auf demselben Weg zu sich. Alles easy. Der Piepmatz duckte sich ins Gras und wir taten so, als würden wir ihn nicht sehen. Tja, und dann kam Frauchens Mann. Der stampfte mit seinen Quadratlatschen direkt an dem Piepmatz vorbei, dass ich schon dachte, gleich isser Mus… aber nein, nichtmal Angst hatte der! Das nehm ich jetzt persönlich… 😦

Phalène

Wir waren vorhin beim Tierarzt. Ich hatte am Ohr eine Zecke, die hat Frauchen nicht ganz rausgekriegt. Der Rest saß so tief, da ging gar nix. Also ab in die Praxis.

Ich weiß ja nicht, aber haben die Leute denn gar keine Hobbies?! Es war sowas von brechend voll: schon fünf Minuten vor Beginn der eigentlichen Sprechstunde kamen uns die ersten behandelten Kollegen entgegen, und es waren locker zehn noch vor uns dran! Unglaublich. Und dann so Bellos: zwei Schäferhunde, ein riesiger Berner Sennenhund und ein gigantischer Mischling der versuchte jeden zu fressen, der an ihm vorbei wollte… dazu ein paar Katzen und ein Igel – Mann, und dazwischen ich. Na klasse.

Frauchen und ich haben uns auf der Treppe verschanzt, möglichst weit weg von diesem Ungetüm, das immer knurrte. Zum Glück warteten die Leute mit dem passenden Schäferhund-Gegenstück draußen. Ich konnte nicht sehen wer sich da alles so im Wartezimmer unterhielt, aber eine Frau mit einer ziemlich energischen Stimme ermahnte mehrfach ihren Hund, „Sitz“ zu machen – ob das der Berner-Riese war? Könnte sein. Und dann der Name… ich muss mich da verhört haben! Aber es klang wie „Mach jetzt endlich mal Sitz, Bombe!“ Das kann unmöglich sein… was wäre passiert wenn die Frau gesagt hätte „Platz“?!

Luna

Meine süße Phalène. Sie war ganz aus dem Häuschen, als Frauchen gestern wiederkam. Hatte sie zwischendurch schon arg vermisst… obwohl Frauchens Mann da war und das echt prima gemacht hat – Futter ok, spazieren ok, kuscheln ok – eigentlich kein Grund zum Meckern. Aber es ist schon was Anderes. Trotzdem – warum der Stress? Ich weiß ja, dass Frauchen wiederkommt 🙂

Außerdem haben wir sie am Montagnachmittag sogar für knapp zwei Stunden besucht. Sie war gar nicht mal so weit weg von uns auf einem Campingplatz. Mit der Mittelstufenklasse und dem Klassenlehrer und noch zwei Begleitern.

Raquels Herrchen war so lieb und hat uns schon am Vormittag abgeholt. Er ist sogar mit uns eine große Runde spazieren gegangen. Dann hat er uns mit zu sich nach Hause genommen, da war auch Raquel. Die hat vielleicht Augen gemacht, als wir ausstiegen… 🙂  Schön chillig war´s bei denen, wir haben zusammen auf der großen Couch vor uns hin gedöst (ich hab mich wieder zwischen die Kissen gelegt – da ist es einfach am gemütlichsten). So gegen halb drei sind wir dann alle zusammen, also Phalène und ich und Raquels Herrchen und Raquel, zu Frauchen auf den Campingplatz gefahren. Das ist da ein riesiges Gelände, mit Wiese ohne Ende und Fußballfeldern und Büschen und Sitzbänken und einer Feuerstelle – echt toll.

Wir durften ein paar Runden drehen und ein bisschen das Gelände erkunden. Danach haben sechs von den vierzehn Mädels und Jungs was mit uns gespielt – Hürden laufen und Slalom und Verstecken. Hui, da hätte ich mich um ein Haar blamiert – der Junge, den ich finden sollte, hatte sich hinter einem fetten Baum versteckt, und irgendwie war die Akustik so komisch, dass ich ihn nicht richtig orten konnte. Ich bin bestimmt dreimal an ihm vorbei und in die falsche Richtung gerannt! Mann, Peinlichkeit hat einen Namen… 🙂

 

 

Phalène

Ich habs gewusst… ich. habs. gewusst!!!

Frauchen war weg. Drei Tage. Hat am Montagmorgen die Tasche mitgenommen und ist erst gestern Mittag wiedergekommen. Wie kann sie einfach wegfahren? Ohne uns?! Und dann so lange! Mann… fies. Echt jetzt.

Phalène

Irgendwas stimmt hier nicht…

Frauchen ist am Freitagmorgen ganz normal aus dem Haus gegangen – und einfach nicht mehr nach Hause gekommen… am Freitagmittag nicht, am Freitagnachmittag nicht, am Freitagabend nicht… erst Samstagmittag war sie wieder da. Samstagmittag!! Wo war sie bloß die ganze Zeit?!

Klar, dass ich sie nicht mehr aus den Augen gelassen habe – natürlich erst, nachdem ich sie von oben bis unten abgeschleckt und geruchstechnisch gescannt hatte. Sie roch ganz normal nach Schule und all ihren Kollegen. Aber auch ein bisschen fremd, als wären die alle woanders gewesen… egal. Hauptsache, sie ist wieder da. So leicht kann sie mir nicht nochmal entwischen, ich hab sie nämlich im Blick! Sobald sie außer Sichtweite ist, schleich ich hinterher – und dann entdecke ich sie in der Küche oder an der Waschmaschine oder auf der Toilette (da wirft sie mich dann immer raus) und bin einigermaßen beruhigt.

Das Einzige, was mir so gar nicht gefällt, ist diese komische Tasche. Nicht Frauchens Schultasche. Oder Frauchens Kunstschultasche. Nicht mal Frauchens Einkaufstasche. So eine Tasche, die sie am Freitag auch dabeihatte – da waren Sachen von ihr drin. Aber sie ist doch wieder da – warum stellt sie das Ding nicht einfach weg?! Ich darf Frauchen auf keinen Fall aus den Augen verlieren… irgendwas stimmt hier nicht…

Luna

Frauchen hat vorhin im Garten mit uns gespielt. Sie hat eine Beißwurst geworfen, und ich muss gestehen, ich war ziemlich garstig – ich konnte es nicht haben, wenn Phalène sie kriegte. Die hat sich trotzdem mächtig ins Zeug gelegt – und tatsächlich ist sie mir ein paarmal entwischt – sowas!

Nur einmal, da hab ich ihr den Vortritt gelassen, da war nämlich die Beißwurst in den Teil der Hecke geflogen, wo der Feuerdorn wächst. Phalène, die Unerschrockene, steckt ihren Kopf rein und packt die Beißwurst. Dann flitzt sie zu Frauchen. Die nimmt ihr die Beißwurst – und stutzt: Blut! Als sie Phalènes Zähne kontrollieren will, erkennt sie erst auf den zweiten Blick: es sind gar nicht die Zähne oder die Zunge oder so – es ist Phalènes Nasenschwamm! Da saß nämlich ein dicker Blutstropfen drauf – hui! War aber anscheinend nicht schlimm. Kein Dorn drin, und nach zweimal Lecken hats auch schon wieder aufgehört zu bluten. Mann, das nenne ich Glück!

 

Raquel

Puh ist das plötzlich warm geworden und wie immer ist Herrchen vor der Hunde AG mit mir spazieren gegangen. Das stimmt so nicht ganz, denn meine Busenfreundinnen Phalène und Luna waren mit von der Partie und ebenfalls ihr Frauchen. Aber ganz ehrlich. Keiner von uns hatte in irgendeiner Form Lust zu spielen. Wir trotten also so dahin und vom Spaziergang sofort in die Klasse und da saßen sie alle. Von der Hitze gezeichnete Kids, ähnlich motiviert wie wir. Also haben wir ein Grundpensum an Übungen abgespult, die wir für unser Projekt brauchen (das wir auch heute nicht verraten werden) und dann ging es in den Chillmodus. Kraulen und faul auf der Decke liegen. Zu mehr waren wir alle nicht in der Lage. Aber genau das war die Stimmung, die die Schüler dazu animierten mir, meinen Busenfreundinnen und natürlich ihren „Lehrern“ zu erzählen. Sie sprachen sich ganz viel von der Seele, so z. B. wie es ist, nicht mehr zu Hause zu wohnen. Das zeigte uns Hunden wieder einmal, was wir manchmal bei unseren Schätzchen auslösen, nur weil wir da sind und zuhören. Denn glaubt ja nicht, ich würde nur so daliegen und schlafen, nein. Die Stimmungen bekommen wir schon ziemlich genau mit.

Mensch. Heute war ich aber richtig ernst. Aber das kommt auch schon ´mal vor.

Eure Raquel

Phalène

Leute –  Schule heute war echt Hammer… was war ich platt!

Unglaublich, dass ich das mal sagen würde, aber der Sommer hatte uns heute sozusagen in seinen glühenden Klauen – wir sind geschmolzen! Und damit meine ich jetzt nicht nur Luna und Raquel und mich, sondern auch die Jungs und Mädels aus der Hunde-AG. Also, nicht dass ihr jetzt denkt ich würd keine Sonne mögen. Ich liebe Sonne, und ich habs auch wirklich gern so richtig warm – aber nicht nach wochenlangem Gruselwetter mit kalt und Regen und Wind, so mit der Keule aus dem Nichts plötzlich 25 Grad… das haut mich echt von den Krallen.

Tja, war wohl nix mit Arbeiten und Üben. Nach zwei, drei kleinen Aufgaben hatten Frauchen und Raquels Herrchen Erbarmen – und haben ein gepflegtes Cill-Out eröffnet… einfach gammeln, nix tun, bisschen kraulen lassen – und möglichst jede Bewegung vermeiden, weil alles einfach viel zu anstrengend war. Ich kann nur hoffen, dass ich mich an dieses Wetter gewöhne… schön isses ja doch! 🙂

Luna

Schon Samstag, tut mir leid… irgendwie kommen wir (also eigentlich ja vor allem Frauchen) in letzter Zeit immer etwas in Verzug mit dem Erzählen… echt ärgerlich!

Diese Woche war alles etwas anders, es gab tatsächlich keine AG, und auch die Stunde mit dem Mädel fiel aus – dafür fanden die Projekttage zum Thema „Hand drauf – wir HANDeln!“ statt. Frauchen und Raquels Herrchen haben wieder zusammen ein Projekt angeboten, und Phalène und Raquel und ich durften an zwei Tagen in die Schule mitkommen. Wir waren zwar nicht Hauptprogrammpunkt, aber das war nicht weiter schlimm. Raquel und Phalène kamen auf jeden Fall so richtig auf ihre Kosten, denn nachdem alle Schüler die Hunderegeln drauf hatten, kamen wir beim Leckerchen-Suchspiel zum Einsatz – und das bei vierzehn Kindern! Cool, da gab´s mal so richtig viel zu knabbern!

Der Rest war easy going: Da ja das Thema Hände im Vordergrund stand, durften wir beweisen, wie gut wir auf Handzeichen reagieren. Die Mädels und Jungs zeigten also „Sitz“ oder „Platz“ oder „Hier“, ohne was zu sagen, und wir mussten ganz genau hinschauen um mitzukriegen, was wir machen sollten. Ganz schön spannend… wobei ich für mich selbst festgestellt habe, dass ich doch eher auf Frauchens Stimme achte. Ein paarmal war ich echt etwas in der Uhr und hab glattweg meinen Einsatz verpasst. Hm.

Frauchen hat versprochen, dass sie sich in den nächsten Tagen unbedingt Zeit nehmen will, um noch mehr zu erzählen. Ist ja nicht so, als hätten wir nichts erlebt! Und Frauchens Mann wollte die Fotos von Mattes und Phalène und mir fertig machen. Und wir hatten Besuch von zwei Großpudeldamen. Und Phalène war schon zweimal beim Reizangeltraining… o Mann, ich seh schon, das ist eine ganz schöne Menge an Erzählstoff… ich hoffe ja echt, dass Frauchen sich bald mal hinsetzt und alles aufschreibt!

Luna

Heute war gar keine Hunde-AG…

…aber Frauchen sagte was von Projekttagen, und ich glaube, morgen dürfen wir mit in die Schule… ich leg mich mal auf die Lauer! Also, ich meine: auf´s Sofa – von da hab ich ja schließlich auch alles im Blick 🙂